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Beilage Rosch Haschana 2016

publiziert am 9. September 2016

Aktivitätsbereiche und Projekte
des NIF Israel

 

Grundsätzlich lassen sich drei Tätigkeitsfelder des NIF unterscheiden: Grantees (Finanzierung durch NIF selbst), Projektmanagement (durch Shatil, NIF’s organisatorischer Arm) und Öffentlichkeitsarbeit:

 

  1. Die Grants sind Zuschüsse, Entwicklungshilfe, Fördermittel, die der NIF eingehend evaluierten Projekten zur Verfügung stellt; dafür steht ein Budget von rund 30 Millionen $ zur Verfügung. Spender haben die Möglichkeit einzelne Projekte „Donar advised“ direkt zu unterstützen.
  2. Zur Arbeit von Shatil gehört Beratung, Entwicklung, Projekt-Management, Führungs-Ausbildung, Schaffung von Koalitionen (z.B. im Kampf um die zivile Ehe), Förderung von Kompetenzen (z.B. in Informations-Technologie), Evaluation und Effizienzsteigerung von Projekten, so dass sie sich nach fünf Jahren selbständig finanzieren können.
  3. Public Advocacy, Schutz der Zivilgesellschaft (z.B. Demonstrationsrecht, s.u.) gegen Repression, Restriktionen durch Regierung und Polizeigewalt. Dieser Bereich wird in den letzten Jahren immer wichtiger und verbraucht mehr und mehr Geld und Ressourcen.

 

Thematisch und inhaltlich hat sich der NIF auf folgende Bereiche konzentriert:

 

  1. Demokratie

 

  1. NIFD (New Initiative for Democracy)

Der Fokus von NIF liegt in der Bewahrung demokratischer Strukturen und einer Diskussionskultur, die einen öffentlichen und politischen Diskurs erlaubt, der weniger unter Druck von Verboten, Repression und Angst steht.

 

Hierzu vier Projekte, die der NIF fördert oder unterstützt:

  • Thinktank Schacharit: Der Fokus liegt hier auf Gemeinsamkeiten und weniger auf Konflikten. Projekt 120 (Meaveessrim) z.B. bringt während 6 Jahren jeweils 20 Jugendliche von extrem Links (Chadasch) bis extrem Rechts (Israel Beiteinu) zusammen, um eine gemeinsame Diskussions- und Auseinandersetzungskultur zu entwickeln. Teil des Projekts ist ein Ausflug nach Marokko, wo das ehemalige Zusammenleben von Juden und Arabern als konstruktives Modell der Wiederaufnahme einer gemeinsamen Tradition gemeinsam erforscht wird.
  • Im Projekt Machon Heschel (heschel.org.il/heschelen-media) werden neue politische Konzepte entwickelt, die anstelle des Links/Rechts-Denkens  Möglichkeiten im politischen Zentrum zur Konfliktlösung suchen.
  • In der Zusammenarbeit mit der Alliance Française, geht es bei Kiach (Kol Israel Chaverim: Alle Israelis sind Freunde (kiah.org.il/en) um eine Sammlung (Wissensdatenbank) von gemässigtem jüdisches Wissen aus Tora und Talmud, die ermöglicht, den radikalen religiösen Positionen etwas entgegenzusetzen, z.B. der falschen Behauptung, dass Juden keine Häuser an Araber verkaufen können.
  • Council of peace and security (peace-security.org.il/?Lang=eng) ist eine Organisation bestehend aus ehemaligen Geheimdienstleuten und hohen Offizieren, die der Öffentlichkeit aufzeigen, wie und warum man gerade aus Sicherheitsgründen auf die Gebiete von Juda und Samaria verzichten sollte.

 

  1. Demonstrationsrecht, Freiheit zum Widerstand (Chofesch Hamechaah)

 

Die Begrenzung der polizeilichen Gewalt und der Schutz von Demonstranten zur Verminderung von Angst der Teilnehmer umfassen weitere fünf Organisationen. Dies macht deutlich, wie sehr die israelische Zivilgesellschaft in eigener Initiative die Demokratie schützen muss und wie NIF/Shatil dies unterstützt und zum Teil koordiniert:

 

  • Der Human Rights Defender Fund organisiert und bezahlt Anwälte für Demonstranten, die ungerechterweise angeklagt wurden.
  • The Association for Civil Rights in Israel kümmert sich um Bewilligungen für Demonstrationen; sie organisiert aber zum Beispiel auch Workshops, wie man die Aktionen und Übergriffe der Polizei fotografieren und dokumentieren kann.
  • Tmura – The Israeli Anti-Discrimination Legal Center hilft denen, die bei einer Demonstration einen Schaden erlitten haben.
  • Public Comitee againt torture, eine Organisation, die sich mit Folter-Opfern beschäftigt.
  • Negev Coexistence Forum: Koordiniert diese Auseinandersetzung im Negev

 

All diese Organisationen und Aktivitäten richten sich gegen das, was SLAPP (Strategic Lawsuit against public participation) genannt wird: Meineid, falschen Unterstellungen und Diffamierung von Einzelnen oder Guppen geht, um sie politisch auszuschalten

 

  1. weitere vom NIF unterstütze Projekte:
  • Die Gruppe Ir Amim kümmert sich in Ostjerusalem um die Situation und die Rechte der Palästinenser und sorgt auch dafür, dass sich ihre Situation nicht verschlechtert.
  • Im Zusammenhang mit einem neuen Gesetz, das von der Regierung und ihrer Politik grössere Transparenz verlangt , kümmern sich verschiedene Gruppen um dieses Anliegen, so z.B. das ‚Movement for freedom of knowledge‘ (meida.org.il/)

 

  1. Soziale Gerechtigkeit

 

Zwei Projekte in die der NIF involviert ist und die auch von der Regierung mitgetragen werden:

  • Public Housing (subventioniertes Wohnen): ein Thema, das in den letzten Jahren sehr stark vernachlässigt wurde, nun aber wieder die Unterstützung der Regierung geniesst. Hier gewährt der NIF finanzielle Unterstützung und Shatil versucht, Gruppen auf verschiedensten Ebenen zu mobilisieren und Koalitionen zu bilden, die sich politisch für dieses Anliegen einsetzen.
  • Die ‚Association for Distributive justice‘ kümmert sich um eine gerechtere Verteilung von Staatsgelder, Land und Resourcen in den Regionen und Gemeinden.

 

  1. Religionsfreiheit und gegen Rassismus

 

Hier geht es vorwiegend um den Kampf gegen das orthodoxe Monopol

 

  • Herausragend auf diesem Gebiet ist Tag Meir (tagmeiren.media-sb.co.il) eine Organisation, die der NIF Schweiz vergangenen Juni nach Zürich eingeladen hat und die Begegnungsprojekte zwischen Juden und Arabern fördert, z.B. wo Juden Araber besuchen, wenn sie von jüdischen Terroristen angegriffen wurden.
  • Tikun (tikunisrael.org.il) eine Organisation von Meir Busag, die sich auch am Modell des marokkanischen Zusammenlebens oreintiert und versucht Mimuna-Fest (am Ende von Pessach) wieder als Fest von Juden und Arabern neu zu etablieren.

 

  1. Chewra Meschutefet/Shared Society

 

Es geht hier um die Schaffung von jüdisch-palästinensische Gemeinsamkeiten, um soziale Verknüpfungen, Verständigung und Verbindung. Projekte, in die NIF und Shatil involviert sind:

 

  • Sikkuy – the association for the advancement of civil equality arbeitet darauf hin, dass im israelischen Fernsehen nicht nur jüdische, sondern auch arabische Fachleute interviewt und zu Rate gezogen werden.
  • The Abraham Fund Initiatives verfolgt das Ziel, dass die Staatsmedien mehr Sendungen und Informationen zur arabischen Bevölkerung und arabischen Welt ausstrahlen, und zwar nicht nur dann, wenn sich Konflikte ereignen.
  • Givat Haviva Der NIF unterstützt ein Projekt von Givat Haviva im Vadi Ara, zwischen Afula und Tulkarem, bei dem es um die Entwicklung ‚jüdisch-israelischer‘ und ‚arabisch-israelischer‘ Partnerschaftsstädten geht, ein Projekt, das insgesamt circa 100’000 Personen miteinbezieht. Ein schönes Beispiel einer solchen Partnerschaft besteht darin, dass ein ‚jüdisch-israelischer‘ Ort dem arabischen Nachbarort Land für den Bau einer schnellen Verbindungsstrasse zur Verfügung stellt.
  • Morashtenu: Dieses Projekt ist eine Kooperation von Morashtenu mit NIF und Shatil. Ziel ist, Juden russischer Herkunft andere Informationen zugänglich zu machen, als die, die sie bislang aus der rechtslastigen russischsprachige Presse in Israel erhalten konnten. Hierfür wurde die Webseite co.il. kreiert, die mit den Social Medias vernetzt ist. Dieses Projekt wurde übrigens ursprünglich vom Eidgenössischen Amt für auswärtige Angelegenheiten unterstützt und ist jetzt ein Projekt des NIF Schweiz.

 

 

 

 

07.09.2016             © NIF Schweiz,     Rony Weissberg