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Schwerpunkte der vom NIF unterstützen Projekte

Kampf gegen die Armut: In den letzten 10 Jahren hat die Kluft zwischen Arm und Reich in bedrohlicher Weise zugenommen. Schätzungen gehen von 420’000 in Armut lebenden Familien mit über 800’000 Kindern aus. Die israelische Finanzpolitik war in den letzten 10 Jahren durch einschneidende Budgetkürzungen gekennzeichnet. Diese trafen insbesondere die Bereiche Erziehung, Gesundheit und Wohlfahrt. Durch gezielte Schulungsprogramme gibt der NIF diesen benachteiligten Menschen Werkzeuge in die Hand, welche dazu befähigen sollen, aus eigener Kraft diese existentiellen Probleme anzugehen.

Jüdischer Pluralismus: Israel, als neue Heimat des Judentums, wird dessen Reichtum und Vielfalt nur zum Teil gerecht. Problematisch ist insbesondere die fehlende Trennung zwischen Staat und Religion: Eine konservative Minderheit diktiert das Leben einer liberalen Mehrheit. Darum ist es ermutigend, dass sich jüdische Israelis dafür einsetzen, dass nicht allein religiöse Autoritäten wesentliche Aspekte des gesellschaftlichen Lebens wie Heirat, Scheidung, Begräbnis, Speisegesetze und Feiertage kontrollieren. Anstatt sich von der Religion abzuwenden, versuchen immer mehr Männer und Frauen, ihren jüdischen Wurzeln lebendigen Ausdruck zu geben. Der NIF unterstützt in diesem Sinne Bürgerinitiativen, welche einer Erneuerung des jüdischen Lebens den Boden ebnen.

Gleiche Rechte für Alle: Dem NIF ist die Gleichstellung benachteiligter Gruppierungen wie beispielsweise von Neueinwanderern aus Äthiopien und der ehemaligen Sowjetunion ein zentrales Anliegen. Besonderes Gewicht kommt aus Sicht des NIF der Gleichberechtigung arabischer Mitbürger und Mitbürgerinnen zu. Auch setzt sich der NIF für die Rechte von Frauen, Behinderten, Homosexuellen und ausländischen Arbeitskräften ein.

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Beispiele von NIF unterstützten Projekten

Projekt zu den Grundrechten der israelischen Bürger
Die gespannte politische Lage in und um Israel und die berechtigten Sicherheitsbedürfnisse seiner Bewohner behindern zwangsläufig häufig die Grundrechte des Einzelnen.

Wie kann in dieser Lage die Aushöhlung der israelischen Demokratie verhindert werden?

25 Jahre NIF-Weiterbildungsprogramm für israelische Bürgerrechtsanwälte Zusammen mit der juristischen Fakultät der American University in Washington DC begründete der New Israel Fund 1985 ein Weiterbildungsprogramm für israelische Juristen und Juristinnen. Dies mit dem Ziel, in Israel eine neue Generation von Anwälten für Menschenrechte auszubilden. Dieses Projekt hat die Erwartungen seiner Begründer inzwischen deutlich übertroffen. Vor dessen Beginn waren Bürgerrechtsanwälte in Israel ein Novum. Juristinnen, die sich für dieses Gebiet interessierten, hatten kaum Möglichkeiten, das nötige Fachwissen zu erwerben und Arbeit zu finden.

Jährlich vergibt der NIF Stipendien, welche es zwei Absolventinnen des Programms ermöglicht, während je eines Jahres an der American University in Washington DC internationale Menschenrechte zu studieren und gleichzeitig in amerikanischen Organisationen des öffentlichen Interesses als Praktikanten zu arbeiten.

Nach diesem Studienaufenthalt in den USA kommen die Absolventen nach Israel zurück und verbringen in einer führenden NGO, die sich für sozialen Wandel einsetzt, ein weiteres Praktikumsjahr. Hier können die in den USA angeeigneten Lerninhalte angewendet werden, während andererseits auch die israelischen NGOs profitieren.

Bei der Auswahl für das Programm werden Kandidaten, die aus Minderheiten stammen, bevorzugt. Die jetzigen Absolventinnen sind Rawia Aburabia, eine israelische Beduinin, frühere Direktorin des Bürgerechtszentrums von Rahat, und Rachel Idelewitsch, eine Immigrantin aus der GUS, die für die Arbeiterrechts-Hotline, einem NIF Spendenempfänger, gearbeitet hat.

Heute bilden ca. fünfzig Absolventen und Absolventinnen des Programms mit breit gefächertem ethnischem, religiösem und sozio-ökonomischem Hintergrund ein einflussreiches Netzwerk.

Diese Anwälte haben Bürgerrechtsorganisationen und juristische Beratungsstellen an Universitäten gegründet oder leiten solche. Andere Absolventinnen arbeiten teilweise unentgeltlich an Fällen, die von anderen Anwälten nicht vertreten werden.

Teilnehmern des Programms ist es gelungen, juristische Präzedenzfälle zu gewinnen und neue Gesetze durchzubringen. Damit konnte die Stellung Benachteiligter wie Frauen, Behinderter, Homosexueller, Palästinenser, Betagter, Neueinwanderer und Fremdarbeiter verbessert werden. Auch auf dem Gebiet des Umweltschutzes sind Fortschritte erzielt worden.

Beinahe alle rechtlichen Entscheide auf dem Gebiet von Menschenrechten der letzten 25 Jahre wurden entweder von NGOs, die vom NIF unterstützt werden oder Absolventinnen des NIF-Ausbildungsprogramms für Bürgerrecht errungen.

Heute ist Israel mit zunehmender sozialer und politischer Polarisierung und einer Erstarkung rechts-nationaler Kräfte konfrontiert. Dank dem Weiterbildungsprogramm in Bürgerrechten gibt es immer mehr Anwältinnen, welche dazu beitragen, Israel als demokratischen Staat zu bewahren.

[Zusammenfassung aus verschiedenen Quellen von Daniel Pewsner (2010)]

ACRI (Association for Civil Rights in Israel) www.acri.org.il
ACRI ist eine der wichtigsten Bürger- und Menschenrechtsorganisation Israels. Sie setzt sich für zentrale Belange wie Religionsfreiheit, Rechte der Frauen, Pressefreiheit und Menschenwürde ein. ACRI vertritt Menschen aus allen Schichten und politischen oder religiösen Gruppierungen. Dies in einem Land ohne verfassungsrechtlich festgelegte Grundrechte mit einem breiten kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Spektrum. Bei ACRI sind Anwälte, Journalisten und frühere Mitglieder des Obersten Gerichts tätig. Die beim Obersten Gerichtshof vorgebrachten Klagen haben häufig rechtskräftige oder sogar gesetzgeberische Wirkung. Als Beispiel seien durch ACRI vertretene Klagen gegen die Armee angeführt, welche zu Verschiebungen des Grenzzauns zugunsten palästinensischer Bauern führten. Jährlich richtet ACRI Stipendien aus, welche jungen israelischen Juristen das Studium von Menschenrechten an einer amerikanischen Universität ermöglichen. Auch wurden Programme zur Förderung der Toleranz und des Minderheitenschutzes in Schulen und an Ausbildungsstätten für staatliche Sicherheitsbeamte entwickelt.

Projekte zum sozialen Rechtsstaat
Der Neue Israel Fonds unterstützt in erster Linie Gruppen, die aus Betroffenheit aktiv geworden sind, um vordringliche Probleme zu lösen:

DAI
Eine Selbsthilfegruppe im Jerusalemer Musrara-Quartier, wo vor allem Misrachim mit sehr niederen Einkommen leben. DAI setzt sich ein für die Erhaltung billigen Wohnraums, weil die zunehmend teureren Neubauten für die eingesessenen Bewohner unerschwinglich geworden sind, sie aber nicht aus ihrer vertrauten Umgebung wegziehen wollen.

HILA
Eine Organisation, die sich um die Verbesserung des Ausbildungsniveaus für Kinder in Entwicklungstädten und benachteiligten Quartieren kümmert.

Adam Institute
Hier werden Kurse für jüdische Einwanderer, namentlich aus der früheren Sowjetunion, veranstaltet, um sie mit den Herausforderungen einer demokratischen Gesellschaft vertraut zu machen.

Projekt zum religiösem Pluralismus
Die Politisierung der Religion in Israel hat dazu geführt, dass fast die gesamte Bevölkerung in einem der extrem polarisierten Lager – orthodox oder laizistisch – lebt, mit einem Feindbild von der anderen Seite. Doch erfreulicherweise finden sich nun zunehmend Menschen beidseits des Grabens, die diese – wie die jüdische Geschichte beweist – für Israel und das Judentum äusserst gefährliche Polarisierung abbauen wollen.

Ne’emanei Torah veAvoda
Eine Gruppe orthodoxer Juden, welche die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Strömungen im Judentum zu fördern sucht.

Projekte zur jüdisch-arabischen Verständigung
Gerade weil wir Israel als den jüdischen Staat empfinden, übersehen wir leicht, dass jeder sechste Bürger dieses Staates arabischer Abstammung ist. Heute leben die jüdischen und die arabischen Gemeinschaften in jeder Beziehung getrennt und haben vollständig getrennte Erziehungssysteme. Sie leben somit in völlig unüberprüften Fantasien darüber, wie der Andere ist. Wie können sich die beiden Völker begegnen und gleichzeitig ihre eigene Identität bewahren?

Re’ut
und «die Jugend, die ein anderes Lied singt» sind Jugendgruppen im ganzen Land, in Städten und Dörfern. Aus ihren gemeinsamen Treffen kommen jüdische und arabische Jugendliche einerseits mit mehr Verständnis für den Andern, andrerseits aber auch mit einer gestärkten eigenen Identität zurück.

Neve Shalom / Wahat Al Salaam
Die einzige jüdisch-arabische Siedlung auf Gemeindeebene, führt eine zweisprachige Primarschule und eine «Friedensschule», in der Jugendliche beider Völker in Seminarien einander begegnen, sich kennen lernen und Vorurteile abbauen.

Mercaz Yehudi-Aravi lePituach Kalaki
Jüdisch-arabisches Zentrum für wirtschaftliche Entwicklung: eine Organisation, welche die scharfe Trennlinie, die heute durch das israelische Wirtschaftssystem führt, abbauen will durch Förderung und Beratung von «joint ventures» zwischen Juden und Arabern.

Ökologie in Israel: Bedingt durch die Sicherheitsfragen, dem schnellen Wachstum der Bevölkerung, den damit verbundenen sozialen Problemen, sowie der Integration der verschiedenen Einwanderungsgruppen, ging der Blick auf die Ökologie in Israel weitgehend unter. Dies hat bedenkliche Folgen für das Land und die Bewohner. Kritischen jungen Kreisen wird die Problematik bewusst und sie versuchen ein ökologisches Bewusstsein aufzubauen. Der NIF unterstützt solche Projekte.

Der folgende Link führt zu einem Text, der in Englisch, die erfolgreiche Tätigkeit des Projekts Eretz Carmel beschreibt. Im Rahmen dieser Aktivitäten wurden in mehreren Städten grosse Kompostieranlagen eingerichtet, welche für Israel Signalwirkung haben.  [Website des Projekts:www.eretzcarmel.org]

Eine vollständige Liste aller vom NIF unterstützten Projekte von A-Z finden Sie auf www.nif.org.